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Fraunhofer ISE startet Simulator für den Einfluss von Batteriespeichern auf die Strompreise

Das Fraunhofer ISE hat seine Datenplattform Energy-Charts um einen frei zugänglichen Strompreissimulator erweitert. Nutzer können damit anhand realer Gebotsdaten untersuchen, wie sich zusätzliche Batteriespeicher auf die Preise am Day-Ahead-Markt und den Marktwert von Solar- und Windstrom ausgewirkt hätten. Leistung und Speicherdauer der simulierten Batterieflotte lassen sich variieren.
Der Preissimulator zeigt die Wirkung von Batteriespeichern auf den Strompreis und die Markt-werte für Solar- und Windstrom auf.
Mit dem Preissimulator will Energy-Charts die Wirkung von Batteriespeichern auf den Strompreis und die Marktwerte für Solar- und Windstrom aufzeigen. | Quelle: Energy-Charts

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat auf seiner Datenplattform Energy-Charts einen frei zugänglichen Strompreissimulator veröffentlicht. Damit lässt sich anhand realer Marktdaten untersuchen, wie sich zusätzliche Batteriespeicher auf die Preise am Day-Ahead-Markt ausgewirkt hätten. Die Berechnungen werden täglich mit den neuen Ergebnissen des Stromhandels aktualisiert. Der Simulator wurde bereits für die Berechnungen zum Einfluss von Batteriespeichern verwendet, die das Fraunhofer ISE für den Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) und den Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) durchgeführt hat.

Grundlage sind die aggregierten Kauf- und Verkaufsgebote der Day-Ahead-Auktion der Strombörse Epex Spot. Diesen fügt das Modell eine virtuelle Batterieflotte hinzu, die bei niedrigen Preisen lädt und bei hohen Preisen entlädt. Nutzer können eine Speicherleistung zwischen null und 20 Gigawatt sowie eine Speicherdauer von zwei bis sechs Stunden wählen. Zusätzlich lässt sich berücksichtigen, wie Kraftwerke mit ihren Blockgeboten und die über die Strommarktkopplung verbundenen Nachbarländer auf veränderte Preise reagieren.

Die Ergebnisse werden in Viertelstundenauflösung dargestellt. Neben tatsächlichem und simuliertem Börsenstrompreis zeigt Energy-Charts unter anderem Lade- und Entladeleistung sowie Ladestand der Speicher, Stromverbrauch und die mögliche Einspeisung aus Photovoltaik und Windkraft. Die Daten können auch heruntergeladen werden.

Simulation zeigt höheren Marktwert für Solarstrom

Als Beispiel hat das Fraunhofer ISE das Jahr 2025 ausgewertet. Bei einer angenommenen Batterieflotte von 20 Gigawatt Leistung und 40 Gigawattstunden Kapazität wäre in einem Szenario mit Blockgeboten, aber ohne grenzüberschreitenden Stromhandel, die mittlere tägliche Preisspreizung von 130 auf 53 Euro pro Megawattstunde gesunken. Die Zahl der Stunden mit negativen Strompreisen hätte sich von 575 auf 271 reduziert.

Auch der Marktwert von Solarstrom wäre in diesem Szenario gestiegen: von 45,08 auf 61,02 Euro pro Megawattstunde und damit um 35 Prozent. Am teuersten Tag des Jahres 2025 hätte die angenommene Batterieflotte die abendliche Preisspitze von 583 auf 221 Euro pro Megawattstunde reduziert.

Das Fraunhofer ISE betont, dass es sich um eine Was-wäre-wenn-Rechnung und nicht um eine Prognose handelt. Abgebildet wird die Wirkung der Speicher am Day-Ahead-Markt. Effekte im Intraday-Handel, bei Regelenergie und Systemdienstleistungen oder durch eine mögliche Netzentlastung werden nicht berücksichtigt.

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