Solation meldet erste gemeinschaftliche Gebäudeversorgung im Gewerbe

Gewerbeimmobilie, München, Solation, gemeinschaftliche Gebäudeversorgung

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Am Schatzbogen 88 in München wurde am Wochenende die Infrastruktur für eine gemeinschaftliche Gebäudeversorgung fertiggestellt. Nach Angaben des hinter dem Projekt stehenden Münchener Unternehmens Solation ist damit zum ersten Mal das seit Mai letzten Jahres in Paragraf 42b des Energiewirtschaftsgesetzes definierte Modell in einem Gewerbegebäude umgesetzt worden. Auch im Wohnbereich ließen erste Anwendungen allerdings lange auf sich warten.

Die Büros, Logistik- und Gewerbeflächen der acht Mietparteien am Schatzbogen können nun Strom aus einer auf dem Dach installierten Photovoltaik-Anlage mit 64 Kilowatt beziehen. Den verbleibenden Bedarf decken sie weiterhin beim Energieversorger ihrer Wahl. Das Projekt wurde vom 2023 gegründeten Münchener Startup Solation konzipiert, das sich auf die gemeinsam mit Partnern umgesetzte Planung, Installation und Inbetriebnahme der Energieversorgung für Mehrparteienhäuser fokussiert; der Schwerpunkt liegt hierbei auf Gewerbeobjekten.

In München kooperierte Solation mit der Hausverwaltung M-Quadrat, dem Messstellenbetreiber Countrol und Consolinno Energy, das die Energiemanagementsoftware beisteuerte. Ausdrücklich erwähnt werden auch die Stadtwerke München (SWM), die sich während der Planung und Umsetzung des Konzepts „sehr kooperativ“ gezeigt hätten.

Für das von Solation entwickelte Modell („Solation Energy Konzept“) wurde das Gebäude komplett auf intelligente Messsysteme (iMSys) umgestellt, ohne dass eine Umrüstung der bestehenden Zählerschränke erforderlich gewesen wäre. Solation erwartet, dass 72 Prozent des erzeugten Solarstroms im Gebäude verkauft werden, wobei das Energiemanagement für eine verbrauchsorientierte Verteilung sorgt. Diese erfolgt nach dem in der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung möglichen dynamischen Aufteilungsschlüssel und damit – anders als bei einer ebenfalls möglichen statischen Aufteilung – kontinuierlich an den zum jeweiligen Zeitpunkt vorliegenden Bedarf der einzelnen Parteien angepasst.

Einen konkreten Bezugspreis für den Solarstrom nennt Solation nicht, dieser wird in der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung zwischen dem Eigentümer der Anlage und den Mietern ausgehandelt. Für das Münchener Projekt soll aber Solation zufolge eine Betriebskostensenkung von 2,80 Euro je Quadratmeter und Jahr (also rund 23 Cent monatlich) erreicht werden.

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