Neue Perspektive für flexible Dünnschicht?

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Bei der Fußball-WM waren Photovoltaik-Anlagen auf eingen Stadiendächern zu sehen, wobei architektonische Lösungen in Kombination mit Energiegewinnung nur sehr selten zu sehen waren . Das Ästhetik und Nachhaltigkeit gut vereinbar sind, zeigt die bayerische Firma Taiyo Europe. In der Photovoltaik-Branche ist das Unternehmen weniger bekannt, beim Membranbau aber durchaus ein Begriff. Bereits im Jahr 2011 hat Taiyo Europe gezeigt, wie sich Architektur und Energiegewinnung kombinieren lassen. Für den Abfallwirtschaftsbetrieb München brachte es flexible Dünnschicht-Photovoltaik und Membranbau zusammen. „Es war das erste kommerzielle Projekt, das wir umgesetzt haben“, sagt Geschäftsführer Hubert Reiter im Interview mit pv magazine. Die Idee stammte dabei von den Architekten, dem Münchner Büro Ackermann und Partner, die ein transparentes Dach gepaart mit Photovoltaik wollten. Kurz zuvor hatte Taiyo Erfahrungen in diesem Feld gesammelt und den japanischen Pavillon für die Expo in Shanghai entsprechend ausgestattet.

Das Dach auf dem Abfallwirtschaftsbetrieb München entstand dann binnen weniger Monate. Insgesamt sind dort 2640 flexible Dünnschichtmodule von Flexcell verbaut. Taiyo Europe setzt dabei auch auf die Folienkissentechnik, die die Module umschließt. Die 220 Kissen sind dreilagig. Das spezielle Befestigungssystem mache bei diesem Projekt den Tausch von defekten Solarmodulen allerdings problemlos möglich, sagt Reiter. Die obere Folienschicht lasse sich jederzeit abnehmen. Gleichzeitig räumt er ein, dass durch die ETFE-Folien der Ertrag der Solarmodule geringfügig gemindert werde. Dabei wurde der äußerst interessante Effekt der extrem hohen Lichtduchlässigkeit in fast allen Wellenlängen der ETFE-Folie genutzt. „Die Anlage funktioniert seit der Inbetriebnahme 2011 störungsfrei, was auch auf die isolierte Atmosphäre zurückzuführen ist, und der Stromertrag liegt im Rahmen der Erwartungen“, sagt Reiter. Die Gesamtleistung der Anlage liege bei gut 145 Kilowattpeak. Im Falle eines notwendigen Austausches der Dünnschichtmodule habe Taiyo Europe vorgesorgt und genügend Ersatzmodule des inzwischen insolventen Photovoltaik-Herstellers auf Lager.

Seit der Inbetriebnahme funktioniert die Photovoltaik-Anlage störungsfrei. Foto: Taiyo Europe

Es ist bislang das einzige kommerzielle Projekt von Taiyo Europe in diesem Bereich geblieben. „Es gibt zwar einige erfolgversprechende Anfragen, jedoch ist bis dato kein weitere Auftrag umgesetzt worden“, sagt Reiter. Dies müsse aber nicht so bleiben. „Wir können uns durchaus weitere Projekte vorstellen und mit der CIGS-Dünnschichttechnologie sind mittlerweile auch deutlich höhere Wirkungsgrade bei den Dünnschichtmodulen möglich“, sagt Reiter weiter. Sein Unternehmen sei diesbezüglich auch an einer EU-geförderten Forschungsprojekt beteiligt, über das es aber zum jetzigen Zeitpunkt noch keine weiteren Angaben machen wolle. Die Bilder des 8400 Quadratmeter großen Dachs auf dem Münchner Abfallwirtschaftsbetrieb sprechen für sich. Für die flexible Dünnschicht ist dies auf jeden Fall eine attraktive Verwendungsmöglichkeit und für Bauherren von Photovoltaik-Anlagen eine interessante Kombination aus Ästhetik und Architektur. (Sandra Enkhardt)

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