Varta geht neukapitalisiert aus StaRUG-Verfahren hervor

Varta, Lager, Neunheim

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Die Varta AG hat ihre bilanzielle und strategische Neuaufstellung erfolgreich abgeschlossen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. So seien Michael Tojner und die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG neue mittelbare Gesellschafter, teilte der Ellwanger Batteriehersteller am Dienstag mit. Neben einer Bar- und Sachkapitalerhöhung von 60 Millionen Euro stellten sie demnach eine Neufinanzierung von 60 Millionen Euro zur Verfügung, was die Liquidität von Varta deutlich stärke. Es gewährleiste die nächsten operativen Wachstumsschritte und künftige Investitionen zu finanzieren. Darüber hinaus sei die Verschuldung „signifikant“ auf 230 Millionen Euro reduziert worden. Nach dem Abschluss der strukturellen und bilanziellen Maßnahmen des Restrukturierungskonzepts erfolge nun deren operative Umsetzung bis Ende 2027, so das Unternehmen weiter.

Varta hatte im Juli 2024 ein sogenanntes StaRUG-Verfahren beantragt. Es handelt sich um die die Durchführung eines Restrukturierungsvorhabens dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz, das StaRUG abgekürzt wird. Das Verfahren soll eine mögliche Insolvenz abwenden, kann aber nur beantragt werden, wenn das Unternehmen noch nicht zahlungsunfähig ist, die Zahlungsunfähigkeit jedoch droht. Dieses Verfahren sei nun abgeschlossen, hieß es vom Unternehmen weiter. Varta wolle sich „nun wieder voll auf das Wachstum im Kerngeschäft und die Rolle als Innovationsführer bei High-End-Energiespeicherlösungen“ konzentrieren. Die Produktions- und Forschungskapazitäten an heimischen Standorten würden dafür gesichert. „Ziel ist das Unternehmen kurzfristig auf einen profitablen und nachhaltigen Wachstumskurs zu führen“, teilte Varta weiter mit.

Tojner ist nicht nur neuer Gesellschafter. Der österreichische Unternehmer hält bereits seit 2007 die Mehrheit an dem deutschen Batteriehersteller und ist Aufsichtsratsvorsitzender der Varta AG. „Nach diesen schwierigen Zeiten bin ich nach wie vor fest vom Marktpotenzial und der technologischen Stärke des Unternehmens überzeugt“, sagt er. „Europa und Deutschland brauchen einen leistungsfähigen Batteriehersteller, um die zahlreichen Wachstumschancen in diesem Bereich nutzen zu können.“ Varta müsse dabei eine feste Größe sein. Porsche-Vorstand für Finanzen und IT, Jochen Breckner, betonte die Zusammenarbeit beider Unternehmen auf dem Gebiet der Ultra-Hochleistungs-Lithium-Ionen-Rundzellen. „Als neuer Gesellschafter wollen wir unseren Teil dazu beitragen, wichtige Zukunftstechnologien am Standort Deutschland zu halten und weiterzuentwickeln“, so Breckner.

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