Das Labor für Photovoltaik-Anlagen der Berner Fachhochschule und der Solar-Software-Anbieter Eturnity haben erstmals ein Photovoltaik-Barometer erstellt, das Trends bei Modulen, Wechselrichtern und Systemen in der Schweiz erfasst. Aus dem Report geht hervor, dass die neu installierten Module in den letzten Jahren deutlich größer, effizienter und leistungsstärker geworden sind, bei geringerer Temperaturdegradation. Der Wirkungsgrad von Wechselrichtern ist auf hohem Niveau stabil. Die Zahl der MPP-Tracker nimmt laufend zu.
Den durchschnittlichen, mengengewichteten Wirkungsgrad der in der Schweiz installieren Module geben die Experten mit rund 22 Prozent an, leicht höher als der EU-Durchschnitt. Vor acht Jahren lag die Effizienz in der Schweiz noch bei gut 17 Prozent. Nicht mengengewichtet verläuft der Anstieg der Modulwirkungsgrade flacher – was bedeutet, dass vorwiegend überdurchschnittlich effiziente Module installiert werden.
Die Steigerung der Wirkungsgrade wirkt sich auf das Photovoltaik-Potenzial in der Schweiz aus: Wurden früher rund 50 Gigawatt angenommen, gehen die Autoren des Photovoltaik-Barometers nun von 65 Gigawatt aus. Derzeit sind dort gut 6,5 Gigawatt installiert.

Grafik: Berner Fachhochschule und Eturnity
Mehr Effizienz, mehr Fläche
Die durchschnittliche Modulleistung lag 2024 in der Schweiz bei 435 Watt. Auch dieser Wert bewegt sich leicht über dem EU-Schnitt. Vor acht Jahren betrug die durchschnittliche Leistung noch 275 Watt. Die Zunahme der Modulleistung ist zu 30 Prozentpunkten auf die Effizienzzunahme zurückzuführen, rund 20 Prozentpunkte gehen auf das Konto der wachsenden Modulflächen. Dieser Wert ist im Mittel von 1,65 Quadratmeter auf knapp zwei Quadratmeter gestiegen. Mit der größeren Fläche hat auch das Gewicht zugenommen, von 18,5 Kilogramm auf 22 Kilogramm im Durchschnitt.
Auch bei der Temperaturdegradation gab es Fortschritte: Verlor ein Photovoltaik-Modul in der Schweiz 2017 im Mittel noch 0,4 Prozent der Leistung pro Grad Temperaturerhöhung, ist dieser Wert 2024 auf 0,3 Prozent gesunken. Module verlieren somit weniger Leistung, wenn sie heiß werden.
Darüber hinaus verzeichnen die Experten eine deutliche Verbesserung der Garantieleistung: Die typische Leistungsgarantie hat zwischen 2017 und 2024 von 25 auf 30 Jahre zugenommen. Bei der Produktgarantie sind 20 Jahre und länger heute Standard.
Den größten Anteil am Schweizer Modulmarkt hat Longi Solar, gefolgt von Trina Solar, Aiko und Jinko Solar. Trina Solar war auch 2017 unter den Top 3 zu finden, zusammen mit JA Solar und Suntech.
Bei Wechselrichtern dominierte Huawei 2024 den Markt mit einem Anteil von knapp 50 Prozent. Dahinter folgen Sungrow, Solaredge, Fronius und SMA. Der Marktanteil der europäischen Hersteller ist von 80 Prozent in 2020 auf 40 Prozent gesunken.

Grafik: Berner Fachhochschule und Eturnity
Gut 60 Prozent aller Anlagen mit Speicher
Dem Photovoltaik-Barometer zufolge wurden 2024 gut 60 Prozent aller neu installierten Anlagen mit einem Batteriespeicher ergänzt. Dieser Anteil lag 2022 und 2023 auf ähnlichem Niveau. Insgesamt wurden im letzten Jahr 45.000 Speicher neu installiert.
Die Speicherkapazität hat sich bezogen auf die installierte Gleichstrom-Leistung erreichte 2022 einen Höhepunkt und ist seitdem wieder gesunken. Die Autoren des Reports erklären dies mit dem damals wohl starken Wunsch nach mehr Autarkie in energiepolitisch unsicheren Zeiten.
„Mit dem PV-Barometer möchten wir eine zusätzliche Entscheidungsgrundlage hinsichtlich einer effizienten und nachhaltigen Entwicklung der Photovoltaik bieten“, sagt Matthias Wiget, Geschäftsführer der Eturnity AG. „Dieses Werkzeug soll einen Beitrag leisten zu einer frühzeitigen Identifizierung von Markt- und Technologietrends für Entscheidungsträger aus der Branche und Politik.“
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