Ein Batteriespeicher löste einen Brand in einem Familienhaus im niedersächsischen Neuenhaus aus. Das meldete die örtliche Freiwillige Feuerwehr. Der Brand soll sich den Angaben zufolge am vergangenen Dienstag ereignet haben. Zur genauen Brandursache gibt es noch keine Erkenntnisse.
Eine Nachbarin bemerkte die Rauchentwicklung und verständigte die Einsatzkräfte. Diese konnten den Brand innerhalb von zwei Stunden unter Kontrolle bringen. Die Bewohner waren zum Zeitpunkt des Brandes nicht im Haus.
Der Besitzer der Anlage, Thiemo Niers, berichtete auf Anfrage von pv magazine, dass es sich bei dem in Brand geratenen Speicher um das Produkt „AIO-2400“ des Herstellers Zendure handelt. Ein System mit 2,4 Kilowattstunden Kapazität. Bei den verwendeten Zellen handelt es sich Herstellerinformationen zufolge um Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP), denen in der Branche eine höhere Sicherheit vor Bränden nachgesagt wird. Bei den Meldungen über in Brand geratene Speicher, über die auch pv magazine berichtete, handelte es sich nahezu ausschließlich um Batterien mit Nickel-Mangan-Kobalt-Kathode, sogenannte NMC-Zellen. Im Oktober 2023 ereignete sich ein Vorfall, bei dem eine LFP-Batterie explodierte und ein Wohnhaus zum Einsturz brachte.

Foto: Feuerwehr Neuenhaus
Niers sagt, er habe das Produkt erst vor zwei Wochen in Betrieb genommen. Den Speicher kaufte im Paket mit einer 1780 Watt Photovoltaik-Balkonanlage. Die Familie ist vorübergehend in einer Ferienwohnung untergebracht. Bei dem Brand wurde die Heizungs- und Warmwasseranlage beschädigt. Der Hauswirtschaftsraum, in dem der Speicher stand, sehe „wüst“ aus, so die Beschreibung des Hausbesitzers. Der Rest des Hauses sei aber bewohnbar. Der Speicher und die Photovoltaik-Anlage befanden sich in einem Anbau. Ein Gutachter müsse noch die finale Brandursache feststellen. Auch die Tragfähigkeit des Daches des Anbaus müsse überprüft werden.
Jetzt hofft Niers auf eine schnelle Abwicklung mit der Versicherung beziehungsweise mit dem Hersteller. Einen Speicher wolle er sich wieder besorgen. Niers ordnet den Vorfall als außerordentliches Pech und will weiterhin einen Beitrag zur Energiewende leisten.
Auf pv magazine-Anfrage hin lässt der Hersteller Zendure über eine Unternehmenssprecherin mitteilen: „Bei Zendure haben Produktsicherheit und das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden höchste Priorität. Wir nehmen diese Angelegenheit daher sehr ernst und widmen ihr unsere volle Aufmerksamkeit. Uns ist der Vorfall bekannt, und wir haben bereits eine interne Untersuchung eingeleitet, um die Ursache des Brandes zu klären und die Sicherheit unserer Produkte zu gewährleisten. Bitte seien Sie versichert, dass Zendure dieses Ereignis transparent und verantwortungsvoll angeht. Selbstverständlich halten wir Sie über den Stand unserer Untersuchungen auf dem Laufenden und stehen für Rückfragen oder weiterführende Erläuterungen jederzeit gern zur Verfügung.“
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„Ein Gutachter müsse noch die finale Brandursache feststellen.“
Dann bitte dran bleiben, damit man auch mal (z.B. als Update dieses Artikels) erfährt ob es nun die Zelle selbst (Fertigungsfehler), das BMS (Kurzschluss durch z.B. Feuchtigkeit, Überladung, usw.), der Wechselrichter oder die Verkabelung war.
Laut Zendure AIO 2400 Datenblatt soll die Batterie eine LiFePO4 sein!
Steht doch auch im Artikel
So wie es aussieht war der Speicher wohl extra in das ebenfalls angebrannte Dämmmaterial verpackt? Dies könnte entsprechend den Wärmeaustausch behindert haben. Weiterhin darf der AIO 2400 maximal 1200Wp bekommen. Hier wird von 1780Wp geschrieben, was entweder die maximale Eingangsspannung oder -stromstärke übersteigen würde.
Eine Powerbank 10Ah 5V/2Amax mit 12V Starthilfe und NMC habe ich über drei Jahre für mein Smartphone genutzt.
Mein neues Smartphone zieht jedoch mehr als die 2A, was nach einer halben Stunde zum Ausfall der Elektronik mit starker Wärmeentwickung führte! Die Akkuzellen sind unbeschädigt und wurden von mir gleich „abgezwickt“, ein Chip war sehr heiß!
Fazit: Die Elektronik aus BMS, Ladestrom, Ausgangsspannungswandlern besitzt keinerlei Schutz, auch keine simple Schmelzsicherung für kleine Ströme. Die Starthilfe soll etwa 100A leisten, lediglich geschützt mit einem Zeitrelais abschalten nach 30s.
Es ist im Prinzip unverantwortlich, dass die Verwaltung von Energie dieser Größenordnung in die Hände von Laien übergeben wird. Egal, um welche Art Speicher es sich handelt.
100% korrekt. DYI wird hier noch zum Feuerwerk. Jeder meint er könne so was selbst in Betrieb nehmen. Ich schwerer Fehler in meinen Augen.
Das ist Quatsch. Oder wollen sie auch Benzinkanister verbieten? Haben immer einen vielfachen Energiegehalt.
Eine Li-Batterie mit einem Benzinkanister zu vergleichen, ist nicht sinnvoll: Benzin ist mehr als hundert Jahre bekannt, Kunststoffbehälter auch schon fast 100 Jahre – da hat man Erfahrung, wie Unfälle vermieden werden. Die Li-Batterien sind verhältnismäßig neue Technologie – da muss man erst lernen, worauf es zur Unfallvermeidung ankommt.
Wenn die Batterie im Anbau untergebracht war, stellt sich die Frage, welchen Temperaturschwankungen sie dort ausgesetzt war. Aber die aus zu starken Temperaturdifferenzen folgenden Batterieschäden machen sich erst langfristig bemerkbar. In diesem Fall ist das wahrscheinlichste wohl ein Herstellerfehler. Die machen sich entweder gleich am Anfang bemerkbar, dann kommt eine längere stabile Phase und nach längerer Betriebsdauer steigt dann die Unfallwahrscheinlichkeit wieder. Da sind wir alle gespannt, wie sich das Unfallgeschehen entwickelt, wenn die Heimspeicher, die in den vergangenen Jahren zugebaut wurden, sich ihrem geplanten Lebensende nähern.
Spannenderwiese neigen LiFePo4 im Normalfall garnicht dazu zu brennen. Da kannst Du einen Nagel reinschlagen und es passier nichts. Insofern ist der Vergleich zum Benzinkanister sehr wohl passend. Bzw das Risiko des Benzinkanisters ist um ein Vielfaches Höher
Ich weiß wie Handwerker arbeiten, nein danke. Da mache ich das lieber selber und ordentlich und gewissenhaft.
als ob ein x-beliebiger Elektriker, den man für sowas beauftragt und der in frühestens einem halben Jahr kommt und mit seinen Kosten dafür sorgt, dass die Anlage dauerhaft Verlust macht, falls er sich überhaupt dazu herablässt, relevante Erfahrung mit der „Verwaltung von Energie dieser Größenordnung“ hätte. Der schließt das Ding auch nur an, was soll er auch sonst machen?
Wo bekomme ich denn den Elektriker mit eingebautem Röntgenblick, der bei einem vollkommen geschlossenen Akkusystem einen Herstellungsfehler erkennt?
Wenn es danach geht müsste man jede Mehrfachsteckdose verbieten,die lösen viel öfter Brände aus, im Mindesten aber, das diese nur noch durch Elektriker angeschlossen werden dürfen, so oft wie ich schon billige Mehrfachsteckdosen mit Überbelegung gesehen habe.
Eine isolierte Aufstellung des Speichers scheint ratsam zu sein. Am besten außerhalb des Hauses. Würde inzwischen einen Speicher mit „Feuerlöschgel“ bevorzugen.
Außerhalb des Hauses wäre schon gut – allerdings bei niedrigen Temperaturen wieder problematisch.
Dann müsste beheizt werden was sich kaum lohnt.
Auf jedenfall schockierend – hoffentlich letztendlich klärbar warum der LFP Speicher gebrannt hat.
Freiland Akkus neigen manchmal dazu spontan Beine zu bekommen
Ab 1,50m Erdtiefe und wenig Isolation hat man ganzjährig 5 bis 8 Grad im Erdkeller. Ich schau mal was von KANN oder ähnliche solche Betongewölbe kosten. Scheint die beste Lösung zu sein. Bei Feuer kann leicht mit Wasser gelöscht werden.
2x5x10mm2 Erdkabel und Ethernet und man ist auch zukünftig
gut verkabelt.
Der Text lässt viel Raum zum spekulieren.
Laut Datenblatt können an den Speicher bis zu 1560Wp Solarmodule angeschlossen werden, laut Artikel wurde er aber in Verbindung mit einem 1780Wp Balkonkraftwerk verkauft. Auf dem einen Bild sind nochmal deutlich mehr Module auf dem Dach zu sehen. Da wäre es spannend zu wissen wie denn die tatsächliche Anlagenkonfiguration aussieht.
Man kann für den Anlagenbetreiber nur hoffen, dass es kein Installationsfehler seinerseits war und demnach die Versicherung vollumfänglich greift
Korrekt.
Der Artikel kann auch noch keine genauen Hinweise geben.
Das Datenblatt, zumindest welches ich gefunden habe, sagt leider nichts über die Zertifikate zum Thema Sicherheit aus. Wenn dort keine Normen angegeben sind, wäre ich sehr skeptisch mit dem Kauf.
Ob NMC oder LFP. Das sagt auch nicht so viel aus. Gibt von beiden Zusammensetzungen sehr gute und schlechte Batterien.
Bleibt abzuwarten, in PV Magazine weitere Berichte bringt. Bisher waren es meist nur ein Bericht über einen Brand, aber kaum etwas später über die Ursache.
Hallo Herr Martens,
es ist leider nicht so, dass die Hersteller mit den Ursachen „haussieren“ gehen. Ich habe diverse Male, beispielsweise bei Senec, nachgefragt, wegen Ursachen, doch man bekommt da leider wenig brauchbare Aussagen. Ich finde das persönlich auch schade und würde gern mehr zu Ursachen schreiben, aber ist eben leider schwierig…
Beste Grüße,
Sandra Enkhardt
… früher gab es Tester und Gerätetests bei, zB. Stiftung Warentest oder dem TÜV oder an den Hochschulen, welche sich mit neuen Geräten für den Masseneinsatz (auch bei grenzwertigen Umgebungsbedingungen) beschäftigt haben?
(https://www.test.de/Stromspeicher-im-Test-5977464-0/)
Eine Montage der PV Anlage muss vom eingetragenen Dachdecker gemacht werden aber Batterien dürfen vom Laien montiert werden.
Finde den Fehler bzw Lobbyarbeit läßt grüßen
Sorry, aber das sind keine Laien. Meist sind das Dipl .ing Ü70. Die erstellen ja sogar auf ihrer Olympia Schreibmaschine ganze Schaltpläne.Waren unsere liebsten Kunden!!
„Eine Montage der PV Anlage muss vom eingetragenen Dachdecker gemacht werden “
IMHO muss die Anlage von einem zugelassenen Elektriker angeschlossen werden, die Montage der Anlage selbst, kann machen wer will.
Aus jeder EE-Havarie (im weitesten Sinne) wird eine Story gemacht.
Die vielen explodierenden Gashavarien oder spontan sich entzündende und explodierende KFZ werden aus der Wahrnehmung ausgeblendet. Ist halt so, war so, wird immer so sein.
Gewöhnen Sie sich dran. Technologie ist nicht risikofrei, das war nie so, das wird nie so sein (auch wenn es sich individuell aufgrund fehlender (toi toi toi!) Erfahrung so anfühlen mag).
Zendure hatte von Anfang an und vielleicht bis heute fehlerhaftes Energie Managment. Unter anderem auch Spannung an dem AC Eingang.
Würde ich keinem diese Produkte empfehlen.
Hallo Mika,
können Sie Details nennen – würde mich interessieren, da ich ein solches System (Hyper + AB2000) im Einsatz habe. Stimmen die Ladeschlusspannungen nicht oder das Balancing?
Was verstehen Sie unter AC eingang – diese Systeme (Außer dem Hyper) haben nur einen AC ausgang , da Sie ja die PV-DC Spannung über den WR in eine AC Spannung wandeln sollen.
VG
Einen Mikrowechselrichter (wird jawohl im Zendure drin sein), der sich teilweise auf an die 100 Grad erhitzt, in ein schön kompaktes Gehäuse mit Lade und Entlade Elektronik zu „verlegen“ scheint mir ein relativ mutiges unterfangen gewesen zu sein.
Intern scheinen da Ströme bis zu 60Ampere zu wandern. Das muss man auch erstmal thermisch abfangen können. Was auch ungünstig sein sollte ist der zur Zeit eher schwankende Verlauf von PV-Erzeugung.
Vor dem Schreiben mal informieren? Das genannte Gerät – AIO 2400 – ist nicht ganz so „all in once“ wie es der Name suggeriert! Sprich, den Wechselrichter muß man schon selbst beisteuern.
Ergo hat das Teil „nur“ Step-Up- und Step-Down-Converter im BMS, auch DC/DC-Wandler genannt.
Wenn ich wetten müsste, dann hat nicht der Akku, sprich die Zellen sich entzündet, sondern eher das „Drumherum“. Damit meine ich die Lade und Entladetechnik inklusive der Kabel-Verbindungen. Es braucht ja nur ein Schraube nicht richtig fest angezogen zu sein, und dann wird es eher ungünstig was den Strömungsverlauf angeht.
Ich habe eine modulare Zendure-Anlage. Bei schönem Wetter füllen meine Panels mit 1 kWp die knapp-5-kWh-Batterie. Wenn hier nun 1700 W nur eine 2.4 kWh-Batterie vorfanden und wegen Abwesenheit die ganze Leistung auf die Batterie ging, war sie sicher randvoll. Wenn nicht der Schütz auf Bypass gestellt hat, so kann ich mir schon vorstellen, dass es da immer heisser wurde…
Klar. Aufgrund der ganzen erneuerbaren Energien und der damit verbundenen Speicherinfrastruktur wird Deutschland bald ohne Vorankündigung einfach explodieren und in Rauch aufgehen. Und die einzigen Überlebenden werden durch herabfallende Rotorenblätter von Windrädern dekupiert werden. Eine wirklich tragische und gefährliche Sache, diese Energiewende. Genau so wie das gefährliche Halbwissen vieler Menschen, welches einfach in Kommentaren wie diesen völlig ungefiltert Kund getan werden kann.
auch eine schöne potentielle Fehlerquelle: „Das AIO 2400 ist mit einer internen selbstheizenden Schicht ausgestattet…“ – Heizung war ok, Temperaturschalter nicht