Die Wärmewende zuverlässig voranbringen – so formuliert ein Bündnis aus Wirtschafts- und Sozialverbänden sowie Verbraucherschutz- und Umweltorganisationen seine Forderung zur Beibehaltung des 2024 novellierten Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Nötig sei ein „klares Signal“ für Industrie und Unternehmen, Kommunen sowie Verbraucher. In einem gemeinsamen Appell setzten sich die Organisationen dafür ein, dass neue Heizungen weiterhin zum überwiegenden Teil mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, „um neue fossile Pfadabhängigkeiten“. Hierbei müsse es eine bedarfsgerechte Förderung „allen Haushalten ermöglichen, ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu beenden“.
Das GEG, heißt es weiter, schaffe „Planungssicherheit für Kommunen und Unternehmen, stärkt Innovationen und Wertschöpfung in Wirtschaft und Handwerk und sorgt dafür, dass Heizen bezahlbar bleibt”. An den aktuellen Fristen für die kommunale Wärmeplanung müsse festgehalten werden. Zudem beinhaltet der Appell eine Warnung vor drohenden Mehrkosten und Risiken für Verbraucher beim Ersatz von Erdgas in Gasheizungen durch Wasserstoff oder Biomethan.
„Jede neu eingebaute fossile Heizung belastet zukünftig das Klima und den eigenen Geldbeutel. Ohne die geltenden Leitplanken würde teuren und klimaschädlichen Scheinlösungen wie Wasserstoff-Heizungen Tür und Tor geöffnet, sagt Patrick Rohde, stellvertretender Geschäftsführer Politik des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland). Für Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer Paritätischer Gesamtverband, darf das GEG „in seiner Klimawirkung nicht abgeschwächt, muss aber ergänzt werden: Wir brauchen eine soziale Wärmewende, die eine sozial gestaffelte Förderung, einen wirksamen Mieterschutz und eine gezielte Unterstützung gemeinnütziger, sozialer Einrichtungen umfasst“. Die Bundesregierung habe hierzu „alle Möglichkeiten, sie ist jetzt gefordert.“
Der Appell beruft sich auch auf eine im Februar veröffentlichte Studie des Öko-Instituts und des Paritätischen Gesamtverbandes, der zufolge die Senkung von CO2-Emissionen durch das GEG gerechter und zielgenauer erfolgen könne als durch rein marktbasierte Lösungen wie dem CO2-Preis auf fossile Brennstoffe. Obwohl sich trotz steigender Kosten noch immer viele Hauseigentümer für Gasheizungen entscheiden, seien erneuerbare Energien und die energetische Sanierung „die beste Absicherung gegen hohe Heizkosten“, so Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online. Berechnungen ihrer Organisation hätten gezeigt, dass Gasheizungen „über 20 Jahre doppelt so viel kosten können wie Wärmepumpen.“ Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE), betont den Resilienz-Effekt des Gesetzes, weil es die Abhängigkeit von Erdgas- und Erdölimporten reduziere.
Der Appell wurde von rund 20 Organisationen unterzeichnet, darunter neben dem BUND, dem Paritätischen Gesamtverband, co2online und dem BNE auch der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (BAUM), der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD), der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (BNW), der Bundesverband Wärmepumpe (BWP), die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV), der Deutsche Naturschutzring (DNR), Greenpeace, der Sozialverband VdK Deutschland, der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), WWF Deutschland und der Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger (ZDS).
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.
Ich habe nichts gegen diese Forderung. Ich bin ein Befürworter der Energie- und Wärmewende. Ich sehe die Wärmepumpe vor jeder anderen Heizungsart, da wo es machbar ist.
Aber die finanzielle Förderung seitens des Staates halte ich für falsch. Sie führt dazu, dass Preise künstlich hochgehalten werden und der Heizungsbauer sich die Taschen voll macht. So teuer sind die Wärmepumpen-Geräte gar nicht.
Die Förderung gehört sofort abgeschafft, danach normalisieren sich die Preise ganz von alleine und der Markt funktioniert wieder.
Ich bin auch für die Abschaffung dieser Art von schwachköpfiger Förderung! Leider ist das Kind aber schon in den Brunnen gefallen. Ich befürchte, aus Erfahrung, dass die Preise sich nicht wieder normalisieren werden. Sind die Preise einmal hoch, werden die auch nicht wieder fallen. Europäische Hersteller und Installationsbetriebe werden sich also weiterhin die Taschen voll machen.