RWE meldet gutes Jahresergebnis und hohe Investitionen in Erneuerbare

RWE, Windkraft, Wiederaufbau Windpark Jüchen

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Der Energiekonzern RWE hat im Geschäftsjahr 2024 ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 5,68 Milliarden Euro erreicht. Zwar entspricht dies einem Rückgang um knapp 27 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2023 mit einem EBITDA von 7,75 Milliarden Euro (nachträglich angepasste Vorjahreszahl), diese Entwicklung war aber erwartet worden: Die Prognose des Unternehmens für 2024 lag bei 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro.

Der Bereich Offshore-Windkraft trug 1,56 Milliarden Euro zum EBITDA bei, 6 Prozent weniger als im Geschäftsjahr 2023 (1,66 Milliarden Euro). Hier seien insbesondere die gegenüber dem Vorjahr niedrigeren Preise für den Terminverkauf von Strommengen ursächlich, für die das Unternehmen keine langfristig vereinbarten Vergütungen erhält. Als weiteren Faktor nennt RWE einen erhöhten Instandhaltungs- und Wartungsaufwand. Der Bereich Onshore-Wind/Solar erzielte ein EBITDA von 1,50 Milliarden Euro, 20 Prozent mehr als 2023 (1,25 Milliarden Euro). Als Grund für den Anstieg werden „vor allem die Inbetriebnahme neuer Wind- und Solarparks“ genannt.

Der Bereich „flexible Erzeugung“ – also konventionelle Kraftwerke – steuerte 1,95 Milliarden Euro bei, was einem Rückgang um rund 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr (3,22 Milliarden Euro) entspricht. Das Geschäft mit Braunkohle-Verstromung ist hierin allerdings ebenso wie die „Rückbauaktivitäten in der Kernenergie“ nicht enthalten, RWE führt für Braunkohle und Atomkraft seit 2024 ein eigenes Segment „Ausstiegstechnologien“.

Mit der „flexiblen Erzeugung“ habe man „aus der kurzfristigen Optimierung des Kraftwerkseinsatzes“ zwar mehr Erträge erzielt als zu Jahresbeginn erwartet, aber eben dennoch ein Resultat „unter dem außergewöhnlich hohen Vorjahresniveau.“

679 Millionen Euro wurden im Bereich Energiehandel erzielt – 57 Prozent weniger als 2023 (1,58 Milliarden Euro). Auch hier sei das Niveau des Vorjahres außergewöhnlich hoch gewesen.

„Operativ und finanziell läuft es gut“

RWE meldet für 2024 Netto-Investitionen in Offshore- und Onshore-Windparks, Solaranlagen, Batteriespeicher und Elektrolyseure in Höhe von insgesamt 10 Milliarden Euro. Es wurden demnach neue Anlagen mit 2 Gigawatt Kapazität in Betrieb genommen. Der Anteil der Erneuerbaren an der Stromproduktion wird für 2024 mit „mehr als 40 Prozent“ angegeben; in absoluten Zahlen habe man hier mit knapp 50 Terawattstunden ein neues Allzeithoch erreicht.

„Operativ und finanziell läuft es gut“, resümiert der RWE-Vorstandsvorsitzende Markus Krebber. Auch schritten die laufenden Bauprojekte mit einer Gesamtkapazität von rund 12 Gigawatt „planmäßig voran“. Die bis 2030 geplanten Investitionen habe man aber reduziert, weil „angesichts höherer Unsicherheiten“ die Anforderungen an neue Projekte gestiegen seien. „Regulatorische Unsicherheiten, Engpässe in der Lieferkette, geopolitische Risiken und höhere Zinsen“ hätten dazu geführt, dass die Renditeanforderungen von bislang durchschnittlich 8 Prozent auf 8,5 Prozent angehoben wurden. In Kombination mit strikterem Risikomanagement seien deshalb nurmehr 35 Milliarden Euro an Investitionen für die Jahre 2025 bis 20309 vorgesehen, 10 Milliarden weniger als bislang geplant. Verzögerungen von Investitionen hatte RWE „angesichts größerer Risiken für Offshore-Windprojekte in den USA und eines langsameren Hochlaufs der europäischen Wasserstoffwirtschaft“ bereits im vergangenen November angekündigt.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern ein bereinigtes EBITDA von 4,55 bis 5,15 Milliarden Euro. Dies gründet sich „auf der Erwartung, dass sich die Margen aus Stromverkäufen und der kurzfristigen Optimierung des Kraftwerkseinsatzes normalisieren werden“. Auch im Energiehandel rechnet RWE mit einer normalisierten Ertragslage. Positiv Auswirkungen seien durch die Inbetriebnahme neuer Wind- und Solarparks sowie Batteriespeicher zu erwarten.

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