Der Landtag in Schwerin beschloss während einer Sitzung vergangene Woche den von SPD und CDU eingebrachten Antrag „Potenziale der Photovoltaik heben – Nutzung auf Ackerflächen ermöglichen“. Damit soll das seit 2016 geltende Landesraumentwicklungsprogramm gelockert und der Bau von Freiflächenanlagen auf Ackerland in Mecklenburg-Vorpommern ermöglicht werden. Im Sinne eines schnelleren Photovoltaik-Ausbaus soll die Flächenkulisse erweitert werden. Dies ist mit sogenannten Zielabweichungsverfahren möglich, für deren positive Bescheidung die Regierungskoalition nun verbindliche Kriterien vorgelegt hat. Die Obergrenze der für den Photovoltaik-Ausbau freizugebenden Ackerfläche soll bei 5000 Hektar liegen, wie Landeslandwirtschaftsminister Till Backhaus erklärte.
„Ein Landesraumentwicklungsprogramm hat in der Regel etwa zehn Jahre Gültigkeit. Unseres von 2016 wird erst in der kommenden Legislaturperiode in einem mehrstufigen Prozess mit breiter Öffentlichkeitsbeteiligung fortgeschrieben, das heißt, wir können es nicht kurzfristig ändern“, sagte Landesenergieminister Christian Pegel. „Da Photovoltaik aufgrund sinkender Kosten für immer mehr Landwirte und Kommunen auch ohne Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz attraktiv wird, wollen wir in der Lage sein, mehr Anträgen stattzugeben und so die für die Energiewende erforderlichen Ausbaupfade erneuerbarer Energien zu erreichen.“ Der gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium erarbeitete Kriterienkatalog sei eine Grundlage, um rechtssicher zu urteilen.
Es sind Kriterien der Kategorie A vorgesehen, die obligatorisch erfüllt sein müssen. Dazu gehören: Bebauungsplan oder Aufstellungsbeschluss wird von der Gemeinde positiv bewertet. Es liegt eine Einverständniserklärung des Landwirts vor. Der Sitz der Betreiberfirma befindet sich möglichst in Mecklenburg-Vorpommern. Die Bodenwertigkeit darf maximal 40 Bodenpunkte betragen. Nach Ende der Photovoltaik-Nutzung muss die Fläche wieder landwirtschaftlich genutzt werden können. Die Vorgaben in den Kategorien müssen durch Maßnahmen im B-Plan sowie einem raumordnerischen Vertrag. Die Größe einer einzelnen Freiflächenanlage darf 150 Hektar nicht überschreiten, wobei die gesamte Fläche, nicht nur die reine Modulfläche zählt.
Daneben gibt es noch Auswahlkriterien der Kategorie B (siehe Liste unten). Für die einzelnen Kriterien werden dann Plus- oder auch Minuspunkte verteilt. Zielabweichungsverfahren sind möglich, wenn für ein Projekt die Gesamtpunktzahl von 100 erreicht wird, wie es aus den Ministerien heißt. Mindestens sechs Kriterien der Kategorie B müssen erfüllt sein, wobei das Kriterium „Bodenpunkte“ nicht in die Aufsummierung der Kriterien einfließe. Die Auswahlkriterien sollten sicherstellen, dass mit dem Projekt auch lokale und/oder regionale Vorteile für Kommunen und Bürger verbunden werden, sie im Sinne der Energiewende und/ oder dem Umweltschutz dienlich sind oder weitere Belange des Allgemeinwohls unterstützen, so die Minister.
Kategorie B – Auswahlkriterien
Punkte jeweils bis zu | |
fortschrittliche Kommunal- und/oder Bürgerbeteiligung | 20 |
Sitz der Betreiberfirma in der Gemeinde | 10 |
gemeindlicher Nutzen über die Gewerbesteuereinnahmen hinaus | 20 |
interkommunale Kooperation | 10 |
regionale Wertschöpfung durch Freiflächen-PVA direkt gestärkt/gesichert (Firmenansiedlung Dritter, Arbeitsplatzschaffung) | 20 |
Investitionen in ländlichen Räume zu Gunsten weiterem Allgemeinwohlbezug (Kulturgüter, Tourismus, Mobilität, Beräumung / Rückbau von Altlasten) | 20 |
Lage innerhalb Ländlicher Gestaltungsräume | 10 |
Fläche ökologisch nützlich (Puffer zu Naturschutzfläche / Wasserschutzfläche) | 20 |
Größe der FF-PVA über 100 ha | Minus 10 |
durchschnittliche Bodenpunkte der überplanten Fläche zwischen 35 und 40* | Minus 20 |
Projekt fördert naturschutzfachliche Projekte | 15 |
geringe durchschnittliche Bodenpunkte bis 20 | 10 |
Systemdienlichkeit der Energiewende * Nutzung von Wasserstoff * Einbeziehung in regionale Energiesysteme * anderweitige innovative Ansätze und Konzepte | 10 20 20 |
Im beschlossenen Antrag der Regierungsfraktionen heißt es auch noch, dass bis zum dritten Quartal 2022 eine Bedarfsprognose für den weiteren Ausbau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Mecklenburg-Vorpommern von der Landesregierung erstellt werden soll.
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Mehr als zwei Millinen Hektar pro Jahr werden durch den Anbau von Energiepflanzen genutzt.
Davon eine Millionen Hektar Energiemais, 800 000 Hektar Raps für Biodiesel und E10.
Die Bodenpunkte spielen hier keine Rolle.
Bei guten Böden sind die Naturalerträge ca25 % höher , bei schlechten Böden können Sie 25 % geringer sein.
Ein Solarpark erzeugt ca. die 50 Fache Energiemenge je Hektar und Jahr ,bei modernen Modulen noch mehr.
Ein Solarpark auf Boden mit höherer Bodengüte ist also besser als kein Solarpark.
Man könnte es anders sehen wenn wir das 1,5 Grad Ziel nicht hätten.
Solarparks konkurieren nicht mit der Nahrungsmittelproduktion sondern mit dem Energiepflanzen Anbau.
Es gibt in Deutschland mindestens 8000 Besitzer von Biogasanlagen.
Diese sehen den billigen Solarstrom vom Acker als große Konkurenz.
Sie möchten nach Ablauf der 20 Jahre weiterhin ihre 20 cent je kwh erhalten.
Genau daß lese ich aus all diesen Anforderungen.
Mais oder Rapsanbau würde nie 100 Punkte erreichen.
Ein Solarpark schützt den Boden 30 Jahre vor Erosion und er kann sich gut erholen.
Dirk Jensen, Sie erhalten 100 Punkte für Ihren Kommentar! 🙂 Genau so ist es! 20 ct/kWh würde ich auch gerne für meine PV Anlage erhalten 🙂
Vielen Dank Musicman
Das Land Meklenburg Vorpommern möchte in den nächsten 10 Jahren 8000 bis 10000 Hektar Landeseigene Landwirtschaftliche Flächen aufforsten. Niemand fragt hier nach Bodenpunkten.
Insbesondere der dort amtierende Landwirtschaftsminister setzt sich für dieses Projekt ein.
Es gab in der Landesregierung jetzt aber Unmut wegen der hohen Kosten.
Das Land würde jährlich auf Pachteinnahmen in Höhe vob 3,5 bis 5 Millionen € verzichten.
Zusätzlich fallen die Anpflanzungskosten mit 40 bis 50 Millionen € an.
Landwirtschaftsminister B. : „Der mit dem Klimaschutz verbundene gesellschaftliche Nutzen übersteigt die Kosten bei weitem.“
Wenn man lange genug wartet ( 10 bis 15 Jahre) ist der Wald soweit herangewachsen das er ca. 10 Tonnen CO2 je Hektar und Jahr speichert.
Ein Hektar Solarpark vermeidet mindestens 1000 Tonnen CO2 pro Jahr aus vermiedener Kohleverstromung.
Wenn die Landesregierug will kann Sie viel für den Klimaschutz tun ohne Kosten zu produzieren.
Es ist immer wieder faszinierend zu erleben, wie hoch die energetischen Erträge in der Landwirtschaft von Otto Normalverbraucher angenommen werden. Alles weit gefehlt: Holz und Getreide rund 35.000 kWh, Mais und Zuckerrüben bis zu 50.000 kWh, Raps für Biodiesel bis zu 16.000 kWh. Und die solare Einstrahlung? 10.000.000 kWh pro Hektar und Jahr. Und auch landwirtschaftsverbände loben deren enorme co2 Bindekapazität. Nach einem Jahr ist doch fast alles wieder „verbrannt“. Biomasse zu Strom ist der schlimmste Unfug, nur noch übertroffen von Biomasse zu Biosprit. Wenn schon Landwirtschaft, dann aber für hochwertige Lebensmittel und ansonsten für Biodiversität oder langfristige Kohlenstoffspeicherung als Moor oder dergleichen. Ich warte seit mehr als 20 Jahren darauf, dass dies endlich mal registriert wird
Guten Tag
Wir würden gerne eine Freiland Anlagen Bauen und suchen ca 40 bis 60 Hektar wenn möglich schon mit Genehmigungen .
Würde mich über eine Information freuen.
TEL. 017623837545
Mit sonnigen Grüßen
Roggelin